Zahlungsverkehr

Was versteht man unter dem Überweisungsverfahren?

Überweisungsverfahren
Geschrieben von Marco Bernuti

Das Überweisungsverfahren ist ein Zahlungsverfahren für die Abwicklung des bargeldlosen Zahlungsverkehrs über Kreditinstitute. Ein Zahlungspflichtiger (Schuldner) weist seine Bank an, einem Zahlungsempfänger (Gläubiger) einen Betrag seines Girokontos gutzuschreiben. Entweder über das Online Banking oder persönlich in der Bankfiliale.

Die Alternative zur Überweisung ist die Lastschrift. Während die Überweisung vom Zahlungspflichtigen selbst ausgeht, stößt der Zahlungsempfänger die Lastschrift laut Auftrag des Zahlungspflichtigen an.

Der Ursprung der Überweisung liegt in der Einführung des Buchgelds in Italien. Die Münzverschlechterung war einer der Gründe, der im 14. Jahrhundert dazu führte, dass die ersten italienischen Banken materielles Geld deponierten und Zahlungsansprüche schriftlich festhielten. Die ersten Buchgeldübertragungen fanden in Deutschland 1875 statt. Das BTX-System der Deutschen Post ermöglichte Kontoinhabern in Deutschland 1980 das erste Mal selbständig Onlineüberweisungen durchzuführen.

Am 01.08.2014 führte die Europäische Union für Unternehmer und am 01.02.2016 für Verbraucher das SEPA-Überweisungsverfahren verbindlich ein. Seitdem führen Banken internationale und innerdeutsche Überweisungsverfahren nach denselben Regeln, dem SEPA-Verfahren, durch. Es vereinfacht Überweisungen und macht sie sicherer.

Beträge kommen jetzt innerhalb eines Bankarbeitstages beim Zahlungsempfänger an. Früher konnten sie bis zu mehrere Tage in Anspruch nehmen. Ein weiteres Plus für Verbraucher ist die Gebührengleichheit. Die Gebühren, die für grenzüberschreitende Überweisungen zwischen EU-Mitgliedsstaaten entstehen, müssen genauso hoch sein wie des Landes, in dem der Auftrag erteilt wird.

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