Tagesgeld

Lohnt sich ein häufiger Wechsel des Tagesgeldkontos?

Tagesgeldkonto wechseln
Geschrieben von Ruben. W

Was Tagesgeld ist, wissen die meisten: Tagesgeld ist Sparguthaben – das zugehörige Konto heißt dementsprechend Tagesgeldkonto und ist vergleichbar mit einem Sparbuch. Tagesgeld wird immer populärer und ist eine der beliebtesten Möglichkeiten der kurzfristigen Geldanlage.

In diesem Zusammenhang taucht dann auch immer wieder der Begriff „Tagesgeld-Hopping“ auf. Doch was hat es damit auf sich?

Ganz einfach: Das „Hopping“ (= Hüpfen) soll zum Ausdruck bringen, dass man für einen höheren Zinssatz bereit ist, von einem Tagesgeldkonto zum nächsten wechseln.

Noch nie war der Markt für kurzfristige Geldanlagen so stark in Bewegung wie in den letzten Jahren. Direktbanken sparen dadurch, dass keine Filialen betrieben werden müssen, wodurch immense Kosten eingespart werden. Der Vertrieb erfolgt überwiegend über das Internet. Erfreulicherweise profitieren davon auch die Kunden, da die Kosteneinsparungen zumindest teilweise weitergegeben werden. Ständig kommen neue Anbieter hinzu, die den Kunden ködern wollen. Kein Wunder also, dass das Wechseln von Tagesgeldkonten so beliebt geworden ist.

Doch lohnt sich das wirklich?

Einer der Hauptgründe für Tagesgeld-Hopping ist, dass Neukunden bevorzugt behandelt werden. Beim Tagesgeld verhält es sich inzwischen ähnlich wie bei Mobilfunkverträgen. Das eigentlich allgemein gültige „Der Kunde ist König“ trifft im Wesentlichen nicht mehr zu. Passender wäre: „Der Neukunde ist König“. Leider entsteht häufig der Eindruck, dass dies zu Lasten der bestehenden Kunden geht.

Eine zwar nicht besonders kundenfreundliche, aber dennoch eine legitime Vorgehensweise: Bei steigenden Zinsen bringt eine Bank ein neues Konto mit besonders hohen Zinsen auf den Markt. Alle, die ihr Geld bereits auf einem Konto bei der Bank haben, schauen in die Röhre, denn für ihr Konto wurden die Zinsen nicht erhöht. Und wenn die Banken „König Neukunde“ mit Bonuszinsen und Prämien begrüßen, dann muss sich einfach jeder selbst überlegen, wie lange er bei der betreffenden Bank bleiben möchte. Oft ist es am günstigsten, nach ein paar Monaten zum nächsten Anbieter zu wechseln.

Tagesgeld Hopping Strategie

Beim Tagesgeld-Hopping kommt es auf die richtige Strategie an. Nur die richtige Vorgehensweise bringt tatsächlich höhere Erträge und längerfristig den erwünschten Erfolg. Wichtig ist vor allem, immer alles im Blick zu behalten. Erhöhte Aufmerksamkeit ist erforderlich, da nach verlockenden Neukundenangeboten oftmals unattraktive Konditionen folgen. Der richtige Zeitpunkt, um ein Konto zu eröffnen, ist keine Gefühlssache, sondern sollte als Termin im Kalender eingetragen werden. Besonders der Ablauf der Frist, wie lange ein Bonuszins gilt, ist von großer Wichtigkeit.

Bei einer Kontoeröffnung über das Internet muss man der Erfahrung nach rund 14 Tage einplanen, bis das Konto eröffnet ist und Einzahlungen möglich sind. Bis das Geld dann tatsächlich auf dem Konto ist, vergehen auch noch mal einige Tage. Daher ist es ratsam, etwa drei Wochen vor Ablauf der Zinsgarantie tätig zu werden.

Ab wann man als Neukunde gilt

Jede Bank für sich regelt den Zeitraum, der seit der letzten Kündigung vergangen sein muss, um wieder als Neukunde zu gelten. Meist erhalten nur Neukunden die besonderen Angebote. Bei manchen Banken gilt man schon nach sechs Monaten wieder als Neukunde, andere legen diesen Zeitraum auf 12 Monate fest.

Tipp für nicht verheiratete Paare: Wer nicht verheiratet ist und mit dem Freund oder der Freundin gemeinsam spart, hat einen Vorteil beim Tagesgeld-Hopping: Da keine Namensgleichheit vorliegt, ist keinerlei Zusammenhang erkennbar. Und so können sich nicht verheiratete Partner einfach als Kontoinhaber abwechseln und deutlich schneller in den Genuss von Neukundenangeboten kommen. Gilt bei einer Bank die Sechsmonatsfrist, ist es möglich, quasi immer Neukunde zu sein.

Die Kündigung des Tagesgeldkontos ist übrigens völlig problemlos. Da generell jederzeit und ohne Begründung über das gesamte Guthaben verfügt werden kann, reichen ein einfaches formloses Schreiben oder eine Mail aus, um das Tagesgeldkonto zu kündigen. Vorhandenes Guthaben wird zusammen mit der Abschlussverzinsung auf das Referenzkonto überwiesen.

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