Girokonto Zahlungsverkehr

Wie FinTechs den europäischen Finanzsektor erobern

Geschrieben von David A.

Globalisierung und eine gehörige Innovationswelle haben in den letzten Jahrzehnten erheblich die Dynamik der Bankenbranche verändert. Angesichts des verschärften Wettbewerbs haben Banken ihr Leistungsspektrum über Finanzdienstleistungen hinaus ausgeweitet und der Widmung von Finanztechnologien zu einem wesentlichen Bestandteil ihres Geschäftsgebarens gemacht. Hinter dem Konzept von FinTechs steht derweil die Idee, mehr innovative Lösungen für den Finanzsektor zu entwickeln.

Aufgrund des derzeitigen revolutionär anmutenden Wandels im Bankensektor müssen Finanzinstitute ihre Geschäftstätigkeit vermehrt neu ausrichten – und in junge FinTechs ihr Geld investieren. Eine Investition in FinTechs ermöglicht Banken u. a., mit der schnellen Entwicklung des Marktes Schritt zu halten und keinen Wettbewerbsnachteil zu erleiden. Den Unternehmen zuweilen eröffnen die FinTechs eine höhere Flexibilität.


Über die Bedeutung des Aufstrebens der FinTechs in Europa

Der digitale Fortschritt eröffnet (jungen) Unternehmen heutzutage vermehrt die Chance, innovative Produkte u. Services flexibel für den Finanzdienstleistungssektor zu realisieren. FinTechs werfen Innovationen auf den (Finanz-)markt, aus deren Erfolge und Etablierung wiederum neue Geschäftsmodelle und -zweige entstehen können. Mit den technologischen Errungenschaften der FinTechs werden bedeutende Vorzüge assoziiert, u. a. eine (allgemeine) Reduktion von Kosten im Finanzsektor. FinTechs vereinen unterdessen selbst zwei äußerst aufstrebende und profitable Branchen – die Technologie- und Finanzbranche.

Die Produkte u. Services der FinTechs bedienen derweil die unterschiedlichsten Bereiche im Finanzwesen, z. B. Zahlungsabwicklung, Kreditvergabe, Vermögensverwaltung, Ausgabe von Währungen und Unterstützung bei der Einhaltung von Gesetzen. Die Fokussierung der FinTechs auf Kundenbedürfnisse und -services macht sie so beliebt bei den Verbrauchern.

Auf der einen Seite verschärfen FinTechs den Wettbewerb auf den europäischen Finanzmärkten. Andererseits eröffnen sie Finanzinstitutionen eine (neue) Möglichkeit, ihre eigene Produktivität und Effizienz (z. B. hinsichtlich der eigenen Prozesse) zu verbessern. Für Banken ist die Integrierung neuer Technologien unerlässlich, um überhaupt noch weiterhin im Wettbewerb bestehen zu können.

Wie sich FinTechs auf die Bankenbranche in Europa auswirken

Die innovativen FinTechs beeinflussen die traditionelle Struktur des Bankwesens in hohem Maße und üben Druck auf die etablierten Bankhäuser aus. Mit den FinTechs sind neue „Player“ auf den Markt gekommen, die die Wettbewerbssituation für die Banken stark verändern. Die Bankhäuser selbst sind bestrebt, ihre eigenen Geschäftsfelder für die Ära der Digitalisierung fit zu machen und dementsprechend sind sie bemüht, sich an die neuen Gegebenheiten anzupassen. Der Trend zur Digitalisierung, vereint mit der neuen Konkurrenzoffensive der FinTechs, wird in den nächsten Jahren bei den traditionellen Banken in Europa einen großen Umbruch herbeiführen.

Die FinTechs bieten Potenziale zur Senkung der Kosten für Vermittler und zur Verbesserung der finanziellen Inklusion in Zahlungs-, Transaktions-, Kredit- oder Kreditvergabe- und Versicherungsbereichen. Zudem können die technologischen Innovationen die Effizienz in traditionellen Bankhäusern verbessern, indem die sonst so üblich vorliegenden Informationsasymmetrien überwunden werden.

Innovative Zahlungsdienstleister wie Paypal brachten in den letzten Jahren bzw. Jahrzehnten derweil neue, innovative Zahlungsmöglichkeiten auf den Markt. Ungeachtet dessen dominieren in Europa bis dato jedoch Banken und Kredit- oder Debitkarten, wenn es um Transaktionen und Zahlungsmethoden geht. In Entwicklungsländern, in denen die meisten Menschen kein Bankkonto haben (oder nur geringe Beträge darauf), werden vermehrt mobil-basierte Zahlungsmethoden verwendet. Eine Innovation, die mit der modernen FinTech-Welle einherging, sind die digitalen Währungen wie Bitcoins, welche auf der Blockchain Technologie basieren und deren Währungseinheiten durch Verschlüsselung reguliert werden. Diese Technologie überträgt Wert oder Betrag über Peer-to-Peer ohne Zwischenhändler.

Warum sind FinTechs in Europa so erfolgreich?

Der Aufschwung der FinTechs in Europa, insbesondere Großbritannien, stützt sich phasenweise auf die Umstände, die mit der Finanzkrise seit 2008 einhergingen. Banken entnahmen Geld aus dem Investmentmarkt und begrenzten ihre eigenen Ausgaben. Für junge Technologieunternehmen eine gute Gelegenheit, selber in den Markt einzusteigen und entsprechende Anteile am Markt für sich zu beanspruchen.

Die traditionelle Bankenbranche reagierte relativ langsam auf die enormen Veränderungen, die sich auf dem Geldmarkt abzeichneten. Ganz anders bei den FinTechs: Sie sind innovativ und enorm technologiegeprägt – und zeichnen sich u. a. dadurch aus, dass sie schneller und flexibler auf die sich verändernden Gegebenheiten reagieren und dementsprechende Marktchancen erkennen und für sich nutzen konnten bzw. nach wie vor können. Unter anderem im Privatkundensegment im Bereich des Kredit- und Zahlungsverkehrs.

Die gesamte Finanzbranche ist zudem im Wandel aufgrund der Digitalisierung. Und FinTechs sind in Europa u. a. deshalb so erfolgreich, da sie ihren Kunden in diesen Zeiten zusätzliche, innovative Services mit einem hohen Mehrwertcharakter anbieten. Die Entwicklung und Nutzung von digitalen Technologien sowie deren Integration in neuartige Geschäftsmodelle bringen den FinTechs dabei einen echten Wettbewerbsvorteil am Markt. Wie sehr die FinTechs mit ihren innovativen Geschäftsmodellen den europäischen Geld- u. Finanzmarkt zukünftig noch verändern werden, ist bislang nicht vorherzusehen. Fest steht aber sicherlich, dass sie die traditionelle Bankenbranche in den nächsten Jahren noch nachhaltig verändern werden, möglicherweise, bis hin zu einem gewaltigen Umbruch im Finanzsektor.

Denn: In den letzten Jahren gelang es den FinTechs einen bedeutenden Marktanteil zu erlangen, da sie für die Kunden besonders attraktiv erscheinen. Ein Beispiel für ein FinTech-Unternehmen ist Monzo, eine Online-Bank, die nur die kostenlose Eröffnung von Girokonten mit ihren Master-Karten anbietet. Mit Hilfe des Kontos zahlen Kunden per E-Mail oder Telefonnummer. Ein weiteres erfolgreiches Beispiel in Deutschland ist N26, das sein Geschäft erfolgreich über die Grenzen hinweg ausbaut. Ein Erfolg von FinTech-Startups hängt jedoch mitunter ebenso von der gegebenen Regulierung und Gesetzgebung ab. Mit dem aufstrebenden Markt der FinTechs können sich die Kunden nun u. a. freuen auf zusätzliche Investitionsmöglichkeiten.

Europäische Banken investieren derweil reihenweise in Technologien und innovativen Techniken um in ihren eigenen Reihen „FinTech“-Ableger einzurichten. Wenn es um FinTechs geht, dann hat Europa die Nase vorn im Vergleich zu den USA. Eines der erfolgreichsten Neobank-Startups in Europa, Revolut, das von Nikolay Storonsky betrieben wird, gibt an, dass es in Kürze den Service von Neo Banking und seinem Einzelhandelsprodukt in den USA einführt. Neobanking an sich ist eine FinTech-Errungenschaft; es handelt sich dabei um digitale Banken ohne physische Infrastruktur.

Im Jahr 2018 verabschiedete die europäische Kommission einen „Aktionsplan“, mitunter um die Zuverlässigkeit der Finanzsysteme zu wahren und der Strategie der europäischen Kommission für einen digitalen Binnenmarkt den größtmöglichen Nutzen zu verschaffen; zudem sollen jene, die neue innovative Geschäftsmodelle entwickeln, davon profitieren können.


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