N26 Girokonto

Zuletzt aktualisiert: 11.06.2019 | Autor: David A.

N26 ist die bekannteste FinTech Bank in Deutschland. Das Unternehmen gilt als Inbegriff für den selbstbewusst vorgetragenen Anspruch, Banking und Zahlungsverkehr vollständig zu digitalisieren. Wird N26 diesem Anspruch gerecht? Wir haben das Girokonto genau unter die Lupe genommen.

N26
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Das N26 Girokonto: Leistungen und Kosten

Bei N26 gibt es für Privatkunden drei Kontomodelle: Neben der kostenlosen Basisversion gibt es das N26 „Black“ Konto für eine monatliche Kontoführungsgebühr in Höhe von 9,90 EUR und das „Metal“ Konto für 16,90 EUR pro Monat. Die kostenpflichtigen Konten bieten Extras wie z. B. bevorzugen Kundenservice und Versicherungspakete.

Auch das N26 Geschäftskonto gibt es in einer kostenlosen Version. Geschäftskunden erhalten eine quartalsweise Rückvergütung für Kreditkartenumsätze in Höhe von 0,1 %. Das  Geschäftskonto gibt es in einer erweiterten „Black“ Version für 9,90 EUR pro Monat – dann mit Versicherungspaket.

Kartenzahlungen

Eine MasterCard Debitkarte ist bei allen Konten inklusive. Bei Debitkarten werden Umsätze sofort dem angebundenen Girokonto belastet. Eine Kreditfunktion durch eine monatliche Sammelrechnung oder eine Ratenzahlungsoption besteht somit nicht. Jeder Kunde, der über ein Guthaben ab 100 EUR auf dem Konto verfügt, kann zusätzlich eine kostenlose Maestro Karte beantragen.

Es handelt sich dabei um eine reine Maestro Karte und nicht um eine der (in Deutschland ansonsten üblichen) Girocards mit Maestro Co-Branding.

Kartenzahlungen sind mit MasterCard und Maestro Karte weltweit und in allen Währungen kostenlos. Die Umrechnung erfolgt zum echten Devisenmittelkurs (arithmetisches Mittel aus Geld- und Briefkurs des Wechselkurses am betreffenden Tag).

Barverfügungen im In- und Ausland

Barverfügungen mit der MasterCard im Ausland in Euro sind kostenlos. Im Inland ist es etwas komplizierter. Wer zwei aufeinanderfolgende monatliche Gehaltseingänge ab 1000 EUR vorweisen kann, erhält ein Freikontingent von fünf kostenlosen Abhebungen pro Kalendermonat. Wer diese Bedingung nicht erfüllt, kann dreimal pro Kalendermonat kostenlos in Deutschland Geld abheben. Kontoinhaber unter 26 Jahren erhalten unabhängig vom Geldeingang fünf Abhebungen.

Wer sein Freikontingent ausgeschöpft hat und eine weitere Barabhebung innerhalb Deutschlands tätigt, zahlt dafür jedes Mal 2 EUR.

Für Abhebungen mit der MasterCard in Fremdwährung fällt eine Gebühr in Höhe von 1,7 % an. Dieses Entgelt entfällt in den Kontomodellen „Black“ und „Metal“.

Für jede Abhebung am Geldautomaten mit der Maestro Karte fällt eine Gebühr in Höhe von 2 EUR an. Erfolgt die Abhebung in Fremdwährung, wird zusätzlich eine Gebühr in Höhe von 1,7 % des Umsatzes belastet.

Barauszahlungen sind nicht nur am Geldautomaten möglich. Über CASH26 können Auszahlungen auch an Supermarktkassen vorgenommen werden. Gebühren fallen dabei nicht an. Es gelten allerdings Limits: Pro Abhebung gibt es maximal 200 EUR und innerhalb von 24 Stunden höchstens 999 EUR.

Einzahlungen zugunsten des N26 Girokontos sind ausschließlich über CASH26 möglich. Dafür fällt eine Gebühr in Höhe von 1,5 % an. Es gibt jedoch einen monatlichen Freibetrag in Höhe von 100 EUR.

Überweisungen und Lastschriften

Der Überweisungsverkehr im EWR und in der Schweiz ist kostenlos. Wird eine Lastschrift mangels Deckung nicht eingelöst, fällt eine vergleichsweise hohe Gebühr von 3 EUR an.

Dispokredit

N26 richtet auf Antrag einen Dispokredit ein. Die Bonitätsprüfung erfolgt online. Neben der SCHUFA Auskunft spielen Geldeingänge und Kontoführung eine wesentliche Rolle. Neukunden erhalten maximal 1000 EUR, Bestandskunden maximal 10.000 EUR. Der Sollzins liegt 8,9 Prozentpunkte über dem EZB Leitzins (derzeit 0,0 %). Ein Strafzins für geduldete Überziehungen über den Dispokredit hinaus fällt nicht an.

Wie steht es um den Kundenservice?

Einen telefonischen Kundenservice betreibt N26 nicht (mehr). Kunden können die Kundenbetreuer über einen Live Chat erreichen. Der Live Chat ist montags bis freitags von 8:00 bis 21:00 Uhr und samstags von 8:00 bis 20:00 Uhr besetzt.

So funktioniert die Kontoeröffnung

Die Kontoeröffnung erfolgt vollständig papierlos und am Bildschirm. Laut N26 dauert der Vorgang lediglich 8 Minuten. Dies trifft zu, wenn beim Videoident Verfahren keine Wartezeit anfällt. Das Prozedere ist denkbar einfach: Neukunden geben zunächst ihre Daten an und bestätigen ihre Identität via Webcam bzw. Smartphone Kamera mit einem Ausweisdokument.

Die Kontoführung ist über die N26 App vollständig via Smartphone möglich. Das browserbasierte Onlinebanking kann mit jedem Endgerät genutzt werden. Nicht alle Funktionen der App stehen zwingend auch in der Web App zur Verfügung.

Die Zugangsdaten werden im Rahmen der Kontoeröffnung selbst festgelegt. Neukunden müssen somit nicht auf die Zusendung von PINs und TANs warten. Der Login ist wahlweise mit dem selbstgewählten Passwort, mit Fingerabdruck oder mittels Gesichtserkennung möglich.

N26 bietet Kontenwechselhilfen an. Für die Benachrichtigung der Lastschriftempfänger durch die Bank fällt eine Gebühr in Höhe von 5 EUR an. Dieselbe Gebühr verlangt N26 für die Benachrichtigung der Gutschriftenzahler. Für die Umstellung von Daueraufträgen fällt eine Gebühr in Höhe von 10 EUR an. Alle diese Leistungen sind optional.

Benutzeroberfläche und Funktionen im Onlinebanking

Es gibt bei N26 keine Filialen und kein Telefonbanking. Alle Aufträge werden online erteilt. Die Benutzeroberfläche bietet dabei diverse Funktionen über die Auftragserteilung hinaus. Kontoinhaber können Zahlungsverkehrslimits für Ihr Girokonto und die MasterCard festlegen. Änderungen an Limits werden in Echtzeit umgesetzt. Auch die Sperrung von (verlorenen) Karten ist online möglich. Über Kontobewegungen informiert N26 über Push-Nachrichten in Echtzeit. Dies gilt für Kartenzahlungen, Lastschriften, Überweisungen und Daueraufträge.

Ein nützliches Feature ist MoneyBeam. Die in das Konto integrierte Anwendung ermöglicht es, Geld an Kontakte des eigenen Telefonbuchs zu senden. Die Bankverbindung der Empfänger muss dabei nicht bekannt sein. Die Empfänger erhalten einen Link und können über diesen das gesendete Geld abrufen.

Auslandsüberweisungen sind bei N26 über den externen Anbieter  TransferWise möglich. Dabei stehen 19 Währungen zur Verfügung. Der Peer-to-Peer-Geldtransferservice ermöglicht Auslandsüberweisungen zu relativ günstigen Konditionen.

Kontoinhaber können ihre Transaktionen mit #tags (zum Beispiel #Wochenende) versehen. Darüber hinaus gibt es eine KI gesteuerte Kategorisierung von Ausgaben. Anhand von Kreisdiagrammen lässt sich dann zum Beispiel nachvollziehen, für welchen Lebensbereich Ausgaben in welcher Höhe getätigt wurden.

Zu guter Letzt: Alle Transaktionen können als CSV Datei exportiert und auf dem Rechner abgespeichert werden.

Bargeld einzahlen und auszahlen: Was ist CASH26?

Barauszahlungen an Supermärkten mit der Girocard sind für Kunden aller Banken möglich. Dann ist jedoch zumeist ein Einkauf erforderlich. N26 hat mit CASH26 ein neues Netzwerk entwickelt. Inhaber des N26 Girokontos können an 11.500 Kassen in Deutschland kostenlos Bargeld abheben. Auch Einzahlungen sind auf diesem Weg möglich. Bemerkenswert: Für Ein- und Auszahlungen wird die MasterCard nicht benötigt. Das Smartphone mit der App reicht.

Und so funktioniert es: Kontoinhaber wählen in der App CASH26 aus und legen fest, ob Geld abgehoben eingezahlt werden soll. Die N26 App erstellt daraufhin einen Barcode. Dieser wird durch den Kassierer eingescannt. Anschließend wird Geld ein- bzw. ausgezahlt und die Transaktion in Echtzeit auf dem Konto verbucht.

Ein und Auszahlungen über das CASH26 Netzwerk sind bei REWE, Rossmann, Penny, Real, dm, BUDNI, Ludwig, Eckert, ON Express, Adam’s, Barbarino und mobilcom-debitel möglich. Auszahlungen sind unbegrenzt, Einzahlungen bis 100 EUR pro Monat kostenlos.

Wer ist N26? Ein Kurzportrait mit aktuellen Zahlen

die Historie der heutigen N26 Bank GmbH reicht bis ins Jahr 2013 zurück. Damals wurde das Unternehmen als FinTech Startup unter dem Namen Number26 gegründet. Das FinTech entwickelte eine Benutzeroberfläche für smartphonebasiertes Banking. Da zunächst noch keine Banklizenz bestand, wurden die ersten Konten durch die Wirecard Bank geführt. Im Juli 2016 erhielt die N26 Bank GmbH mit Sitz in Berlin eine eigene Banklizenz. Das Unternehmen gilt als eines der erfolgreichsten deutschen FinTechs und wurde im Jahr 2019 mit 2,3 Milliarden EUR bewertet. Die Zahl der Kunden wächst sehr dynamisch. In Dezember 2018 zählte N26 mehr als zwei Millionen Kunden. Dies entspricht einem Anstieg um rund 100 % gegenüber Juni 2018. Im März 2017 hatte N26 noch 300.000 Kunden gezählt. Ein Jahr zuvor waren es 100.000 Kunden.

Gibt es Kritik an der Bank?

Kritik an N26 bezieht sich meistens auf den fehlenden telefonischen Kundenservice. In der Vergangenheit gab es Kritik an der Einschränkung der kostenlosen Barverfügungen. Diese waren früher in unbegrenzter Anzahl kostenlos. Im Jahr 2016 war bekannt geworden, dass N26 Kunden mit sehr vielen Barauszahlungen die Konten gekündigt hatte. Seit der Kontingentierung der Barauszahlungen am Geldautomaten spielt diese Problematik jedoch keine Rolle mehr.

Fazit: Für wen eignet sich das N26 Girokonto?

Das N26 Girokonto eignet sich in der kostenlosen Variante grundsätzlich für alle, die ein Girokonto mit ausschließlicher Kontoführung via Internet und Smartphone suchen. Das einfachste Kontomodell stellt ohne Fixkosten ein vollwertiges Girokonto inklusive Kartenausstattung und kostenloser Bargeldversorgung zur Verfügung. Auf Wunsch und bei Bonität gibt es zusätzlich einen Dispokredit. Die Benutzeroberfläche bietet allerlei nützliche Funktionen. Auslandsüberweisungen sind durch die Integration von TransferWise sehr kostengünstig. Die Anzahl der kostenlosen Barauszahlungen ist allerdings auf maximal fünf pro Monat begrenzt. Der Kundenservice kann ausschließlich per Chat und E-Mail erreicht werden.