Monese Girokonto

Zuletzt aktualisiert: 21.06.2019 | Autor: David A.

Monese verspricht einfaches und kostengünstiges Banking für alle. Innerhalb weniger Minuten soll ein vollwertiges Girokonto mit IBAN eröffnet werden können – inklusive Kartenausstattung und mit Kontoführung via Smartphone. Wir haben uns das Angebot genauer angesehen.

Monese

Das Monese Girokonto: Leistungen und Kosten

Es gibt bei Monese drei Kontomodelle für Privatkunden. Bei allen Kontomodellen können Kontoinhaber ein EUR- und ein GBP-Konto gleichzeitig führen. Das Hauptkonto ist das Konto, das zuerst eröffnet wird. Danach kann ein Unterkonto in einer anderen Währung eingerichtet werden. Wird das Hauptkonto nicht in EUR sondern in GBP geführt, fallen auch Gebühren in Pfund Sterling an.

Im Kontomodell „Starter“ fallen keine monatlichen Grundgebühren an. Der Versand der inkludierten MasterCard Prepaid kostet dann allerdings einmalig 4,95 EUR. Überweisungen innerhalb einer Währung sind kostenlos. Bei Überweisungen in Fremdwährung fällt ein Wechselkurszuschlag in Höhe von 2 % (min. 2 EUR) an. Dieser Zuschlag fällt auch bei Kartenzahlungen und Barverfügungen in Fremdwährung an. Barverfügungen in EUR kosten 1 EUR pro Vorgang. Bei Überweisungen zwischen Monese-Konten beträgt die Wechselgebühr 1 %.

Im Kontomodell „Plus“ fällt eine monatliche Grundgebühr in Höhe von 4,95 EUR an. Die Versandgebühr für die MasterCard entfällt dafür ebenso wie die Wechselgebühr bei Überweisungen zwischen Monese-Konten. Es gibt sechs gebührenfreie Barverfügungen pro Monat (jede weitere Auszahlung kostet dann 1 EUR). Die Wechselgebühr bei Überweisungen, Kartenzahlungen und Auszahlungen in Fremdwährung reduziert sich auf 0,50 % (jedoch mindestens 2 EUR).

Das Kontomodell „Premium“ kostet 14,95 EUR monatlich. Hier sind 20 Barverfügungen pro Monat inklusive. Umrechnungen erfolgen zum MasterCard Großhandelswechselkurs ohne Zuschläge.

Ein ganz wesentlicher Schwachpunkt betrifft Lastschriften. Diese können bislang nur für UK-Konten eingerichtet werden. Für EUR-Konten soll dies bald möglich sein. Die entsprechende Ankündigung steht allerdings schon länger im Raum.

Angeboten wird seit einiger Zeit ein Geschäftskonto. Für eine monatliche Gebühr in Höhe von 9,95 EUR gibt es dann ein privates und ein geschäftliches Konto.

Was bietet die App?

Die Kontoführung ist vollständig via App möglich. Logins und Transaktionen werden mit Passwörtern autorisiert. TANs wie im deutschen Onlinebanking üblich gibt es nicht. Die App bietet einige zusätzliche Funktionen. Dazu zählt z. B. ein Diagramm, in das Einnahmen und Ausgaben eingetragen werden können. Die PIN für die MasterCard ist ebenfalls in der App hinterlegt und wird nicht per Post verschickt. Um die PIN anzusehen, sind Login und Eingabe des CVC Codes auf der Rückseite der Karte erforderlich.

Wie steht es um den Kundenservice?

Der Kundenservice kann per Telefon und E-Mail erreicht werden. Telefonische Kundenbetreuung gibt es ausschließlich in englischer Sprache. Die Servicezeiten sind montags-freitags 8-17 Uhr und samstags 10-16 Uhr. Das Unternehmen setzt darauf, dass sich viele Fragestellungen im FAQ Bereich klären lassen. In diesem ist auch ein Bot anzutreffen, der auf den ersten Blick einem Chat ähnelt. Wer ein Schlagwort eingibt, erhält eine Reihe von Antworten als Vorschlag.

App installieren und Identität nachweisen: So läuft die Kontoeröffnung ab

Die Kontoeröffnung dauert nur wenige Minuten. Wer auf der Homepage seine Mobilnummer hinterlässt, erhält per SMS einen Downloadlink zur App. Nachdem diese installiert wurde, wird in der App das Konto eröffnet. Die notwendige Identitätsprüfung erfolgt online. Erforderlich ist somit ein Personalausweis oder Reisepass. Diese werden abfotografiert. Zudem fotografiert der Kontoinhaber sich selbst. Kurze Zeit später steht das Konto dann zur Verfügung. Dies gilt jedenfalls, wenn die automatische Verifizierung klappt und die Adresse erkannt wird. Ist dies nicht der Fall, ist während der Servicezeiten ein Videoanruf bei Monese oder das Einsenden eines Adressnachweises (z. B. Versorgerrechnung) erforderlich.

Wer ist Monese? Ein Blick auf Lizenzen und Selbstportrait

Die Monese Limited mit Sitz in London ist keine Bank und besitzt auch keine Banklizenz. Stattdessen kooperiert Monese mit der PrePay Technologies Ltd. Diese ist durch die britische Finanzaufsichtsbehörde FCA als E-Geld-Institut lizenziert und tritt auch als Herausgeber der MasterCard auf. E-Geld-Institute sind nicht an die gesetzliche Einlagensicherung angeschlossen. E-Geld-Institute müssen allerdings das gesamte Geld ihrer Kunden getrennt vom Betriebsvermögen bei Banken verwahren.

Das Unternehmen wurde im Jahr 2014 gegründet und brachte bereits im Jahr 2015 das erste Girokonto mit 100 % mobiler Kontoführung auf den britischen Markt. Im Jahr 2016 wurde Monese bei den European FinTech Awards als „Best Challenger Bank“ ausgezeichnet und erhielt 1,1 Millionen EUR für Forschung und Innovation von der EU-Kommission. Im September 2018 sammelte das Unternehmen bei einer Finanzierungsrunde 60 Millionen USD ein. Zu den Investoren hinter Monese gehören Kinnevik, PayPal, Augmentum FinTech und weitere Geldgeber.

Monese führt eigenen Angaben zufolge rund 1 Mio. Girokonten und verzeichnet pro Tag etwa 3.000 Kontoeröffnungen. Büros gibt es neben London auch in Tallinn, Lissabon und Berlin. Es werden ca. 200 Mitarbeiter beschäftigt.

Wie zufrieden sind die Kunden? Gibt es Schwachstellen?

Monese wird durch Kunden insgesamt recht positiv bewertet. Bei Trustpilot liegt eine Gesamtbewertung von 9,2/10 vor. Im Google Play Store wurden mehr als 14.000 Bewertungen mit einer durchschnittlichen Note von 4,6/5 Sternen abgegeben. Ein Blick auf die weniger positiven Bewertungen legt allerdings nahe, dass es auch einzelne Schwächen gibt. Kunden beschweren sich über ausbleibende Geldeingänge und berichten über Aussagen des Kundenservices zu „Problemen mit SEPA Überweisungen“. Auch Beschwerden über die schlechte Erreichbarkeit des Kundenservice und ausbleibende Rückrufe gibt es.

Für wen eignet sich ein Monese Konto?

Das Monese Konto eignet sich in der kostenlosen Variante für alle, die ein Girokonto ohne Fixkosten suchen. Die Kontoeröffnung ist unkompliziert und für alle Interessenten mit einem Wohnsitz in einem EWR Staat möglich. Die MasterCard ermöglicht Kartenzahlungen und Barverfügungen – in den höheren Kontomodellen auch ohne Gebühren und Wechselkurszuschläge. Bislang sind EUR-Konten noch nicht für den Lastschriftverkehr freigeschaltet. Der Kundenservice ist per Telefon erreichbar, spricht aber nur Englisch.