Fidor Bank Geschäftskonto

Zuletzt aktualisiert: 31.07.2019 | Autor: David A.

Die Fidor Bank ist für ihre Innovationsfreundlichkeit bekannt. Privatkunden bietet das Institut neben klassischem Banking auch Kryptowährungen, Edelmetallhandel, Geldnotruf und viele weitere digitalisierte Finanzprodukte. Weniger bekannt: bei der Fidor Bank gibt es auch ein Geschäftskonto. Wir haben das Angebot für Unternehmen genau unter die Lupe genommen.

Fidor Bank

Das Fidor Business-Konto: Leistungen und Kosten  

Das Geschäftskonto ist (ebenso wie im Übrigen auch das Privatkonto) nicht mit einer monatlichen Grundgebühr verbunden. Sämtliche Überweisungen, Daueraufträge, mobile TANs und Lastschriften sind im Leistungsumfang der Kontoführung enthalten. Guthaben auf dem Konto bis 100.000 EUR werden nicht verzinst. Für Guthaben oberhalb von 100.000 EUR gilt ein negativer Zinssatz in Höhe von 0,4 % pro Jahr. Die Fidor Bank ist an die gesetzliche deutsche Einlagensicherung angebunden.

Unternehmen können sich mit dem sogenannten Speed Dispo kurzfristig Liquidität verschaffen. Der Dispositionskredit sieht einen Sollzins in Höhe von 12,5 % pro Jahr vor. Der Zinssatz liegt damit deutlich höher als beim Privatkonto (unter 8 %). Dafür erhalten voll legitimierte Kunden die Kreditlinie innerhalb von 60 Sekunden. Die Kreditentscheidung basiert auf Scorewerten sowie Kontoumsätzen und wird folglich ausschließlich durch einen Algorithmus getroffen.

Inklusive sind digitale Kontoauszüge sowie weitere Bankdokumente wie zum Beispiel Jahressteuerbescheinigung, Saldenbestätigungen etc.

Die postalische Zustellung kostet 3 EUR pro Dokument und erfolgt nur auf Kundenwunsch. Kontoinhaber können digitale Bankdokumente auf einem Server der Fidor Bank hinterlegen. Dafür stehen kostenlos 20 MB Speicherplatz zur Verfügung.

Optional kann das Konto meiner MasterCard Debit erweitert werden. Die Karte steht unmittelbar nach dem Antrag in digitaler Form zur Verfügung. Zusätzlich erfolgt ein Postversand der physischen Karte. Die Jahresgebühr beträgt 24,95 EUR. Beim Einsatz der Karte in Fremdwährung fällt ein Entgelt in Höhe von 1,5 % an. Barverfügungen kosten 3 EUR pro Abhebung. Es handelt sich um eine Debitkarte ohne Kredit- oder Teilzahlungsfunktion. Umsätze werden umgehend dem Girokonto belastet.

Einzahlungen auf das Fidor Smart Geschäftskonto sind nicht nur per Überweisung möglich. Alternativ dazu können Kontoinhaber Guthaben mittels Giropay aufstocken. Die Gebühr beträgt 1,0 %. Eine weitere Möglichkeit sind Bareinzahlungen über Fidor Cash.

Einzahlungen bis 100 EUR pro Monat sind kostenlos. Für den 100 EUR übersteigenden Betrag fällt eine Gebühr von 1,75 % an. Fidor Cash basiert auf einer Kooperation mit dem Dienst Barzahlen.de. Kontoinhaber generieren einen Code und ihrem Smartphone und legen diesen bei teilnehmenden Unternehmen wie zum Beispiel Rewe, Penny, DM, Real etc. vor. Der Code wird an der Kasse gescannt und die Einzahlung sofort dem Konto gutgeschrieben. Auf diesem Weg ist auch eine kostenlose Barabhebung pro Monat möglich. Ab der zweiten Abhebung fällt eine Gebühr in Höhe von 3 EUR an.

Telefonischer Kundenservice?

Fragen beantwortet die Fidor Bank am liebsten digital. Dazu gibt es einen Chatbot. Außerdem gibt es einen FAQ Bereich. Zusätzlich gibt es montags bis freitags in der Zeit von 8:00 bis 18:00 Uhr einen telefonischen Kundenservice. Ein Tipp: Die Kundenbetreuung ist auch über Social-Media-Kanäle erreichbar und antwortet dort häufig recht schnell.

So funktioniert die Kontoeröffnung

Die Fidor Bank eröffnet Konten für Freiberufler, eingetragene Kaufleute, eingetragene Einzelfirmen, Personengesellschaften (GbR/BGB Gesellschaft), OHG, KG EAs, AG (nicht börsennotiert), GmbH, UG, GmbH & Co. KG sowie GmbH in Gründung. Freiberufler benötigen neben den Eröffnungsantrag und der Legitimierung mittels Videoident eine Ausweiskopie. Für andere Rechtsformen sind zum Beispiel Handelsregisterauszüge etc. erforderlich.

Das Kontoeröffnungsformular ist recht umfangreich. Notwendig ist zum Beispiel auch die persönliche Steuernummer. Im Rahmen der Kontoeröffnung wird auch ein Benutzername für die Fidor Community festgelegt. In der Community diskutieren rund 950.000 Benutzer über Finanzfragen. Die Community zählt zu den größten deutschsprachigen Finanzcommunities.

Blick ins Onlinebanking: Wer erhält den „Speed Dispo“?

Das Konto bietet verschiedene nützliche Funktionen. Kontoinhaber können zum Beispiel Apple Pay nutzen oder ihr Prepaid Handy aufladen. Die Kontoführung ist via App und webbasiert möglich. Neben SEPA Überweisungen sind auch Auslandsüberweisungen möglich. Die Gebühr beginnt hier bei 5 EUR.

Es lohnt sich, einen Blick auf den Speed Dispo zu werfen. Der Dispokredit wird unter verschiedenen Voraussetzungen eingeräumt. Kunden müssen seit sechs Monaten ein Konto bei der Fidor Bank führen, seit wiederum mindestens sechs Monaten einen Umsatz in Höhe von mindestens 1500 EUR pro Monat nachweisen können und ihr Geschäft seit bereits mindestens zwei Jahren ausüben.

Wer ist die Fidor Bank?

Die Fidor Bank wurde im Jahr 2003 als Kölsch Kröner & Co. AG gegründet und firmiert seit dem Jahr 2009 unter ihrem heutigen Namen. Sitz des Unternehmens ist München. Im Jahr 2009 wurde eine Vollbanklizenz erworben. Im Juli 2016 wurde die Übernahme der Fidor Bank durch die Groupe BPCE bekannt. Die Übernahme erfolgte durch deren Tochter 3F Holding GmbH, die ebenfalls in München ansässig ist. Konten für Privat- und Geschäftskunden gibt es seit dem Jahr 2010. Darüber hinaus bietet die Fidor Bank Festgeldkonten, Sparbriefe sowie Anlagen in Fremdwährungen, Edelmetallen und Kryptowährungen an. Die Bank versteht sich traditionell als Innovationstreiber. So wurde im Jahr 2015 durch die Fidor Bank als erstes deutsches Kreditinstitut eine MasterCard mit kontaktloser Bezahlfunktion auf den Markt gebracht. Zum Angebot gehören auch Social Trading, Social Lending, Crowdfinanzierungen und weitere Produkte. Die Fidor Bank tritt bei P2P Kreditvermittlungsplattformen als Vertragsbank auf. Es gibt Kooperationen mit wichtigen Kryptowährungsplattformen wie zum Beispiel Bitcoin.de oder Kraken.com.

Im Jahr 2016 belief sich die Bilanzsumme der Fidor Bank auf knapp 540 Millionen EUR. Im Jahresdurchschnitt wurden dabei lediglich 79 Mitarbeiter beschäftigt.

Gibt es Kritik an der Bank?

Die Fidor Bank wurde bei Google mehr als 200-mal bewertet. Die Bewertung fällt aber mit 2,1 von 5 Sternen eher schlecht aus. Die Kunden kritisieren häufiger, dass das Service per E-Mail und Telefon nicht erreichbar sei. Im Hinblick auf Geschäftskonten wird mitunter moniert, dass die Eröffnung sehr langer dauere. Im Google Play Store erhält die Fidor Banking App mit 3,9 von 5 Sternen eine deutlich bessere Bewertung. Hier wird kritisiert, dass die App auf einigen Geräten noch nicht einwandfrei funktioniere. Die Fidor Bank fragt dort im Kommentarbereich selbst nach und bittet Kommentatoren um Informationen zur genauen Fehlermeldung.

Fazit: Für wen eignet sich das Fidor Geschäftskonto?

Das Fidor Geschäftskonto eignet sich für alle Selbstständigen und Unternehmen, die ein vollwertiges Girokonto zu geringen Fixkosten benötigen. Die Kontoführung ist kostenlos, für die optionale MasterCard fallen knapp 25 EUR pro Jahr an. Alle wesentlichen Leistungen sind dabei inklusive. Die Fidor Bank ist kein FinTech im engeren Sinne, sondern eine voll lizenzierte Bank. Dies ist insbesondere für jene Kunden ein Pro-Argument, die die weitverbreiteten Modelle aus FinTech-Benutzeroberfläche und Kontoführung bei einer Drittbank kritisch sehen.