bunq Geschäftskonto

Zuletzt aktualisiert: 19.08.2019 | Autor: David A.

Das niederländische FinTech Start-Up bunq will nicht weniger sein als die „Bank of the Free“. Das Unternehmen verspricht eine kostengünstige Kontoführung mit zahlreichen Extras, die Unternehmen das Leben leichter machen sollen. Wird das Versprechen eingelöst? Wir haben das bunq Geschäftskonto unter die Lupe genommen.


bunq
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Wer ist bunq? Ein Kurzportrait mit aktuellen Zahlen

bunq ist eine Handelsmarke von bunq B.V. bunq B.V. ist ein niederländisches Kreditinstitut und verfügt über eine Lizenz der AFN und der DNB. Diese üben auch die Aufsicht über das Institut aus. Die Bank ist an die gesetzliche niederländische Einlagensicherung angebunden. Diese schützt Guthaben bis 100.000 EUR pro Kunde.

bunq wurde im Jahr 2015 gegründet. Das Institut bietet Zahlungsverkehrskonten in den Niederlanden, Spanien, Deutschland, Österreich, Italien und Frankreich an. Seit dem Gründungsjahr existiert eine niederländische Banklizenz. Das Unternehmen beschäftigte im Jahr 2017 78 Mitarbeiter.

Das bunq Girokonto: Leistungen und Kosten 

Es gibt bei bunq drei Kontomodelle. Dieser Testbericht bezieht sich auf das Kontomodell „Business“ für eine monatliche Grundgebühr in Höhe von 9,99 EUR. Alternativ gibt es das Privatkonto „Premium“ für private Kontoführung bei einer monatlichen Gebühr von 7,99 EUR. Das Kontomodell „Joint“ ist ein Gemeinschaftskonto für Privatpersonen und kostet 9,99 EUR monatlich.

Gebühren und Leistungen im Kontomodell Business

Im Leistungsumfang der Kontoführung sind eine Debit Maestro, eine Debit MasterCard und die bunq Travel Card enthalten. Inklusive sind zudem 25 Bankkonten mit jeweils eigener IBAN. Auch Zahlungen mit Apple Pay und Google Pay sind mit dem Konto möglich.

10 Cent pro Überweisung und Lastschrift

Für das Versenden und Empfangen von Zahlungen und Anfragen fällt eine Gebühr in Höhe von 0,10 EUR an. Werden Zahlungen via SMS versendet und empfangen, verdoppelt sich diese Gebühr. Internationale Zahlungen mit dem externen Dienst TransferWise kosten 0,10 EUR zuzüglich der TransferWise Gebühren. 0,20 EUR fallen an, wenn der Kontoinhaber Zahlungsanfragen via iDeal und SOFORT stellt und die Anfragen vom Zahlenden über diese Dienste bezahlt werden. Für die Einlösung einer Lastschrift fällt eine Gebühr in Höhe von 0,10 EUR an. Wird eine Rechnung eingescannt, fällt eine zusätzliche Gebühr in Höhe von 0,20 EUR an.

10 kostenlose Barauszahlungen pro Monat – danach 0,99 EUR

Barverfügungen und Kartenzahlungen in Fremdwährung sind kostenlos. Barverfügungen in Euro sind kontingentiert. Pro Abrechnungsmonat stehen zehn kostenlose Barverfügungen zur Verfügung. Jede weitere Abhebung kostet 0,99 EUR.

Ein- und Auszahlungen sind nicht nur am Geldautomaten, sondern auch an 10.000 weiteren Standorten möglich. Dabei greift bunq auf eine Partnerschaft mit dem externen Dienstleister Barzahlen.de zurück. Ein- und Auszahlungen sind dann mittels App zum Beispiel an Supermarktkassen möglich. Die ersten 100 EUR monatlich sind kostenlos. Danach fällt eine Gebühr in Höhe von 1,5 % an. Einzahlungen zugunsten des Kontos mit Kredit- oder Debitkarte sind bis 500 EUR monatlich kostenlos.

2 EUR für automatische Umbuchung der Mehrwertsteuer

Weitere Gebühren fallen für einige zusätzliche Dienstleistungen an. So kostet es 2 EUR monatlich, automatisch die eingehende Mehrwertsteuer zu sparen. Der automatische Export von Kontoauszügen zu einem Buchhalter oder Steuerberater kostet ebenfalls 2 EUR pro Monat.

Hohe Guthabenzinsen, kein Dispokredit

Guthaben auf dem Girokonto werden 0,27 % recht hoch verzinst. Dies gilt für Gesamtbeträge bis 100.000 EUR. Für Gesamtbeträge über 100.000 EUR hat sich das FinTech eine interessante Gebührenartikulation einfallen lassen. Je 1000 EUR fallen 2,4 Cent pro Tag als Aufbewahrungsgebühr an. Dies entspricht einem jährlichen Negativzins in Höhe von ca. 0,876 %.

Mit der bunq Travel Card sind Kartenzahlungen und Barverfügungen im Ausland zum realen Wechselkurs möglich. Die Karte funktioniert wie eine Debitkarte. Gegenüber Händlern und Zahlungsprovidern erscheint sie jedoch wie eine Kreditkarte. Dies erleichtert den Einsatz bei Autovermietungen und in Hotels.

Wie steht es um den Kundenservice?

Es gibt einen Kundenservice. Dieser ist für Kunden über einen In-App Chat erreichbar. Interessenten ohne bestehendes Konto können die Kundenbetreuer per E-Mail anschreiben. Die Kommunikation läuft überwiegend in Englisch ab. Die Reaktionszeiten sind kurz. Wir haben testweise eine E-Mail geschickt und uns nach einem Detail der Kontoeröffnung erkundigt. Die E-Mail wurde in weniger als 1 Stunde beantwortet. Ein Tipp: Das FinTech ist auch in sozialen Netzwerken aktiv. Auch dort lassen sich manche Fragen über die Chats klären.

So funktioniert die Kontoeröffnung

bunq hat eine volldigitale Antragstrecke entwickelt. Bis zur initialen Kontoeröffnung dauert es nur ca. 5 Minuten. Benötigt werden lediglich das Smartphone, die Geschäftsdaten und ein gültiger Ausweis. Geschäftskunden können ihre Steuernummer zu einem späteren Zeitpunkt angeben. Achtung: Wer die Steuernummer auch 90 Tage nach der Kontoeröffnung nicht nachweist, riskiert eine Kontosperrung.

Benutzeroberfläche und Funktionen im Onlinebanking

Die Kontoführung erfolgt grundsätzlich über die App. Mittlerweile gibt es jedoch auch eine Desktopversion. In beiden Varianten finden sich diverse Tools und Funktionen speziell für Unternehmen.

Eines davon betrifft die Buchhaltung. Kontoinhaber können eine Schnittstelle zwischen bunq und ihrer Buchhaltungssoftware einrichten. Alternativ steht ein monatlicher Export zur Verfügung. Mit der App können Fotos von Quittungen gemacht werden. Auch dies kann die Buchhaltung erleichtern. Praktisch: In der App gibt es eine Suchfunktion für die Suche nach einer bestimmten Quittung.

Eine weitere Funktion: Kontoinhaber können durch einen Algorithmus ihre Umsatzsteuer automatisch zurücklegen lassen. Bei jeder eingehenden Zahlung wird der Mehrwertsteuerbetrag berechnet und auf ein Unterkonto überwiesen.

Ein wesentliches Merkmal des bunq Geschäftskontos: Kontoinhaber können zahlreiche Unterkonten eröffnen. Jedes Unterkonto ist mit einer eigenen IBAN ausgestattet. Alle Unterkonten können für Lastschriften, Überweisungen und Kartenzahlungen verwendet werden. Es besteht die Möglichkeit, Karten mit zwei Unterkonten gleichzeitig zu verknüpfen.

Ein weiteres Feature: Rechnungen im PDF-Format können direkt vom Handy in die bunq App kopiert werden. Die App füllt alle Zahlungsdaten automatisch aus.

Zugriffsrechte für Mitarbeiter einstellen

Die Kontoführung ermöglicht das Einräumen von Zugriffsrechten. Kontoinhaber können zum Beispiel einen Geschäftsführer hinzufügen oder entfernen oder einem Mitarbeiter Zugriff auf ein Konto oder Unterkonto gewähren. Dabei muss kein vollständiger Zugriff gewährt werden.

Für alle Transaktionen gibt es eine Echtzeitbenachrichtigung. Dies gilt für Kartenzahlungen, Lastschriften und Überweisungen. Karten können in Echtzeit gesperrt, PINs geändert und Limits angepasst werden. Bei Lastschriften sendet die App im Voraus eine Benachrichtigung. Nur wenn auf diese innerhalb von fünf Tagen mit einer Genehmigung geantwortet wird, löst das Konto die Lastschrift ein.

Siri Sprachbefehle erteilen

Das Girokonto ist kompatibel mit dem Sprachassistenten Siri. Kontoinhaber können sich durch Siri den Kontostand anzeigen lassen, Anfragen senden, Zahlungen tätigen und Geld zwischen verschiedenen Unterkonten überweisen.

Investments über bunq

Seit dem Jahr 2018 können Kunden der Bank selbst entscheiden, wie das eigene Geld investiert werden soll. Dadurch will bunq den gewachsenen Kundenwünschen im Hinblick auf Nachhaltigkeit entgegenkommen. Kontoinhaber können in der App verschiedene Investments aktivieren. Dazu gehören die Kategorien persönliche Kredite, persönliche Hypotheken, grüne Unternehmen, alle Unternehmen und andere Bankkredite. Die Bank will sich den für FinTechs üblichen Graswurzelgeruch bewahren. Deshalb dürfen Kunden Vorschläge für weitere Investmentoptionen einreichen.

Gibt es Kritik an der Bank?

Ein möglicher Kritikpunkt an der Bank betrifft die Geschäftsentwicklung. Bei einem Gesamtvermögen in Höhe von gut 126 Millionen EUR erzielte wird das Institut im Jahr 2017 ein negatives Nettoergebnis in Höhe von -9 Millionen EUR.

Im Google Play Store wurde die bunq App mit 4,0 von 5,0 möglichen Sternen recht gut bewertet. Die durchschnittliche Bewertung basierte dabei zum Zeitpunkt unserer Stichprobe auf mehr als 3600 abgegebenen Bewertungen. Viele der zahlreichen Kommentare sind positiv. Bei einzelnen Kommentaren finden sich jedoch auch Kritikpunkte.

Ein Problem besteht offenbar darin, dass manche deutsche Unternehmen keine ausländische Bankverbindung akzeptieren. Es handelt sich bei den Konten von bunq jedoch um solche mit niederländischer IBAN. Einzelne Kunden monieren, dass Überweisungen aus Deutschland recht lange dauern. Häufig wird kritisiert, dass die Kundenbetreuung ausschließlich auf Englisch antwortet. Dies lässt sich im Übrigen auch in der Kommentarspalten im Google Play Store beobachten. Auch dort antwortet die Kundenbetreuung auf Einwände der Nutzer ausschließlich in englischer Sprache. Einzelne Kunden berichten davon, dass die Verifikation nicht geklappt habe oder das nach einer Barabhebung das Konto für mehr als einen Tag gesperrt gewesen sei.

Fazit: Für wen eignet sich das bunq Business-Konto?

Das bunq Geschäftskonto eignet sich für Selbstständige und kleine Unternehmen. Das Business Konto ist ein vollwertiges Geschäftskonto mit Anbindung an den Überweisungs- und Lastschriftverkehr und kompletter Kartenausstattung. Es gibt zahlreiche Features und Funktionen, die Selbstständigen das Leben leichter machen. Dazu gehören zum Beispiel die automatische Umbuchung der Mehrwertsteuer auf ein Unterkonto, die Scanfunktion für Quittungen und die vereinfachte Datenübertragung an Buchhaltungssoftware. Kontoinhaber können Mitarbeitern begrenzten Zugriff auf einzelne Konten gewähren und Limits, PINs etc. in Echtzeit ändern. Die monatliche Grundgebühr erscheint vor dem Hintergrund der vielen Zusatzleistungen moderat. Auch die Gebühren für Buchungsposten und weitere Extras sind niedriger als bei vielen anderen Geschäftskunden. Schwachpunkte sind die niederländische IBAN und der ausschließlich englischsprachige Kundenservice.