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Tagesgeld & Festgeld – Lohnt Zinshopping in der Niedrigzinsphase noch?

Zinshopping
Geschrieben von Dr. Maximilian H.

Tages- und Festgelder sind sicherlich von der Rendite her in der Niedrigzinsphase alles andere als attraktiv. Dennoch haben die Bundesbürger auch in 2018 noch über eine Billion Euro auf diesen Konten sowie auf dem Spar- und Girokonto deponiert. Der Grund ist die hohe Sicherheit, welches diese Anlagekonten bieten können, denn sie fallen in den Bereich der Einlagensicherung. Dennoch möchten die Anleger natürlich die bestmögliche Rendite erzielen, auch wenn diese sich auf einem eher geringen Niveau befindet. Aus dem Grund stellen sich manche Anleger die Frage, was eigentlich mit dem vor Jahren so beliebten Tages- und Festgeld-Hopping ist: Lohnt sich Zinshopping in der Niedrigzinsphase noch?

Worum handelt es sich beim Zinshopping?

Bis vor ca. fünf Jahren, also die Zinsen für Tages- und Festgeldanlagen teilweise noch bei drei Prozent lagen, war das sogenannte Zinshopping sehr beliebt. Vor allem lockten manche Banken neue Kunden mit einer Geld- oder Sachprämie, wenn sie ein neues Tages- oder Festgeldkonto eröffneten. Mit dem Zinshopping ist gemeint, dass man als Anleger bei einer Bank ein Konto eröffnet, Prämien oder einen Sonderzins vereinnahmt und sobald dieser Zins abgelaufen ist wieder zu einer anderen Bank wechselt, um dort ebenfalls einen für Neukunden zeitlich befristet höheren Zins zu erhalten. Das Zinshopping ist also immer an die Voraussetzung geknüpft, dass man bereits ist, öfter die kontoführende Bank zu wechseln und als Neukunde aufzutreten.

Zeitlich befristeter Sonderzins beim heutigen Tages- und Festgeld-Hopping

Das Zinshopping lässt sich auch heute noch durchführen, denn es gibt einige Banken, die Neukunden besondere Angebote machen. Allerdings werden heute in aller Regel keine Prämien mehr gezahlt, sondern stattdessen profitieren neue Kunden von einem zeitlich befristeten Sonderzins. In der Praxis sieht das dann so aus, dass der Normalzins für ein Tagesgeld beispielsweise 0,25 Prozent beträgt, der Neukunde jedoch für einen Zeitraum von sechs Monaten einen garantierten Zinssatz von zum Beispiel 0,50 Prozent gutgeschrieben bekommt. Nach Ablauf des Zeitraumes erhält er dann jedoch nur noch die Standardkondition, sodass exakt an diesem Punkt das Zinshopping angebracht wäre.

Die Banken kennen diese Methode des Tages- und Festgeld-Hopping allerdings natürlich auch, sodass die Sonderzinsen nahezu immer an bestimmten Voraussetzungen geknüpft sind, die meistens wie folgt aussehen:

  • Maximale Anlagesumme (beim Tagesgeld)
  • Mindestanlagesumme (beim Festgeld)
  • Mindestanlagedauer (beim Festgeld)

Beim Tagesgeld ist es oftmals so, dass der Sonderzinsen maximal für eine Anlagesumme von beispielsweise 25.000 Euro gezahlt wird. Bei der Festgeldanlage ist es umgekehrt, denn dort muss der Kunden zum Beispiel mindestens 20.000 Euro anlegen, um den Sonderzins zu erhalten. Zudem wird eine Mindestanlagedauer gefordert, die zum Beispiel ein Jahr betragen muss.

Lohnt sich das Zinshopping?

Ob sich das Zinshopping derzeit noch lohnt ist eine Frage, die man im Grunde nicht pauschal beantworten kann. Tatsache ist, dass das Tages- oder Festgeld-Hopping noch durchgeführt werden kann, weil manche Banken oder auch Broker für Neukunden einen zeitlich befristeten Sonderzins anbieten. Da die Eröffnung und auch das Führen eines Anlagekontos in der Regel kostenfrei sind, hat der Kunde keinen Nachteil vom Zinshopping. Lediglich der „Arbeitsaufwand“ ist hier anzuführen, also das Neueröffnen eines Kontos. Ob man diesen zeitlichen Aufwand für vielleicht 30 Euro mehr an Zinsen im Jahr, die man durch das Hopping erreichen kann, in Kauf nehmen möchte, muss jeder Anleger selbst entscheiden. Es kommt hier natürlich vor allem darauf an, wie hoch die Anlagesumme ist, denn das Hopping lohnt sicherlich nicht bei kleinen Summen von beispielsweise 1.000 Euro.

Was springt beim Zinshopping raus – zwei Beispiele

Viel Theorie, jetzt folgt die Praxis. Wir möchten Ihnen einmal anhand zweier Beispiele verdeutlichen, welchen zusätzlichen Zinsertrag Sie innerhalb eines Jahres durch das Tages- oder Festgeld-Hopping erzielen können.

Anlagebeispiel Tagesgeldkonto

Anlagesumme: 20.000 Euro

Zinssatz Tagesgeld 1 (inkl. Sonderzins für 6 Monate): 0,55%

Zinssatz Tagesgeld 2 (inkl. Sonderzins für 6 Monate): 0,60%

Standardkondition: 0,25%

Zinsertrag für 1 Jahr: 115 Euro

Differenz zu Zinsen auf Basis der Standardkondition: 65 Euro

Anlagebeispiel Festgeldkonto

Anlagesumme: 100.000 Euro

Zinssatz (inkl. Sonderzins für 12 Monate): 0,80%

Standardkondition: 0,45%

Zinsertrag für 1 Jahr: 800 Euro

Differenz zu Zinsen auf Basis der Standardkondition: 350 Euro

Im 1. Beispiel würden Sie also bei einer Anlagesumme von 20.000 Euro und zweimaligem Zinshopping einen Mehrertrag von 65 Euro gegenüber der jeweiligen Standardkondition erzielen. Beim 2. Beispiel sind es sogar 350 Euro, was natürlich mit der recht hohen Anlagesumme zu begründen ist. In diesen Beispielen würde sich das Zinshopping also sicherlich noch lohnen.

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