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Tages- und Festgeldanlage im Ausland – Chancen und Risiken

Geldanlage im Ausland
Geschrieben von David A.

Zwar haben trotz der geringen Zinsen nach wie vor zahlreiche Anleger in Deutschland ihr Geld zu großen Teilen auf einem Tagesgeld- oder Festgeldkonto einer inländischen Bank angelegt. Allerdings gibt es am Markt auch eine wachsende Anzahl von sicherheitsorientierten Anlegern, die zumindest etwas höhere Zinsen bei der Tages- oder Festgeldanlage erzielen möchten. Als Option kommt daher immer öfter die Tages- und Festgeldanlage im Ausland infrage, aber handelt es sich dabei um einen nicht zu verachtenden Risikofaktor?

Banken aus vielen Ländern bieten Tages- und Festgeld auch für deutsche Anleger

Schon seit vielen Jahren sind auch ausländische Banken am deutschen Anlagemarkt vertreten und bieten Kunden über ihre Webseite unter anderem Anlagen wie Tagegeld oder Festgeld an. Da Anleger heutzutage alle Formalitäten rund um die Kontoeröffnung online erledigen können, besteht so eine große Auswahl von Zinsangeboten am Markt. Es gibt zahlreiche Banken, die in einem EU-Staat ihren Hauptsitz haben, aber auch eine Reihe von Instituten, die entweder aus einem europäischen Nicht-EU-Land stammen oder außerhalb von Europa angesiedelt sind.


Unter anderen Banken aus folgenden Ländern sind mit ihren Festgeld- und Tagesgeldangeboten derzeit besonders aktiv am deutschen Markt:

  • Estland
  • Italien
  • Türkei
  • Bulgarien
  • Portugal

Anleger können Angebote dieser Banken entweder direkt über deren Webseite nutzen, jedoch ist dann eine detaillierte und somit aufwendige Suche notwendig. Besser sind sogenannte Zinsplattformen, wie zum Beispiel WeltSparen, über die Sie solche Angebote gezielt finden.

Höhere Zinsen gleich höheres Risiko?

Aktuell bewegen sich die Zinsangebote der Banken, die aus den zuvor aufgelisteten Ländern stammen, in der Regel je nach Anlagesumme und vor allem Laufzeit im Schnitt zwischen 0,75 und 1,20 Prozent. Damit können Anleger immerhin einen Zinssatz erhalten, der im Schnitt zwischen 0,50 bis 0,70 Prozent höher als bei Tages- und Festgeldangeboten deutscher Banken liegt. Allerdings stellt sich die berechtigte Frage, ob in diesem Fall ein höherer Zinssatz nicht automatisch ein höheres Risiko bedeutet.

Grundsätzlich ist es ein großer Unterschied, ob die anbietende Bank aus einem EU-Staat stammt oder nicht, sodass Sie beim Vergleich der Angebote auf diesen Aspekt ganz besonders achten sollten. Innerhalb der EU gilt nämlich die gesetzliche Einlagensicherung, die dafür sorgt, dass Ihre Guthaben auf Spar-, Tages- und Festgeldkonten zumindest bis 100.000 Euro abgesichert sind, selbst wenn die kontoführende Bank zahlungsunfähig werden sollte.

Aber: Hinter der Einlagensicherung steht in letzter Konsequenz der Staat und diesbezüglich stellt sich eben doch die Frage, ob Sie einem Staat wie Griechenland oder Italien wirklich vertrauen, im Fall des Falles für die Verbindlichkeiten der Bank einstehen zu können bzw. zu wollen. An sich ist das Investment bei einer Bank aus einem Land mit EU-Einlagensicherung aber natürlich in der Regel mit weniger Risiko behaftet als wenn das Kreditinstitut außerhalb der EU angesiedelt ist und es womöglich gar keine Einlagensicherung gibt.

Vorsicht bei überdurchschnittlich hohen Zinsangeboten aus dem Ausland

Die Zinsangebote einiger Banken aus dem EU-Raum sind zwar mitunter besser als die deutscher Banken, für manche Anleger jedoch immer noch zu gering. Stattdessen sehen sich diese Kunden nach Zinsangeboten aus dem Ausland mit überdurchschnittlich hohen Zinssätzen um. Doch Vorsicht: Wenn heutzutage eine Bank im Festgeld- oder Tagesgeldbereich Zinssätze von zum Beispiel fünf Prozent und mehr zahlt, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass die Anlage mit einem erhöhten Risiko verbunden ist. Dieses besteht vor allem im erhöhten Emittentenrisiko, welches sich sowohl auf die Bank als indirekt auch auf den Staat beziehen kann. Daher ist bei solchen Angeboten größte Vorsicht geboten und der Anleger muss wissen, dass er damit ein nicht unerhebliches Risiko eingeht.

Zusätzliches Risiko bei Fremdwährungen beachten

Ein zusätzliches Risiko, welches bei der Tages- und Festgeldanlage im Ausland auftreten kann, ist das Währungsrisiko. Die kommt allerdings nur dann vor, wenn das Tages- bzw. Festgeldkonto nicht in Euro, sondern in einer anderen Währung geführt wird. Das Fremdwährungsrisiko gibt es demnach nur bei Banken, die ihren Hauptsitz außerhalb der Eurozone haben. Das Währungsrisiko besteht allerdings unabhängig von der Bonität des kontoführenden Kreditinstitutes. Nutzen Sie zum Beispiel eine Festgeldanlage einer US-amerikanischen Bank, so kann dieses Institut zwar eine gute Bonität besitzen, aber dennoch gehen Sie ein Währungsrisiko ein, wenn das Konto in US-Dollar geführt wird. Andererseits besteht aber natürlich auch die Chance auf Währungsgewinne als zusätzlicher Ertrag neben den Zinsen.


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